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Zimmerer/-in: Holzexperten am Bau

Der Zimmerer oder Zimmermann, heute auch gelegentlich die Zimmerin oder die Zimmerfrau, zählt zu den Bauberufen. Überall dort, wo mit Holz gebaut wird, sind sie zu finden.

Als ein von Männern dominierter Berufs sind Zimmerinnen recht selten zu finden, was vor allem an der körperlich fordernden Arbeit liegt – auch wenn heute vieles mit Kran oder anderen Hilfsmitteln geschieht. Trotzdem: Wer sich traut, ist willkommen. Nicht jeder ist dazu geeignet, auf einem Hausdach oder gar auf einem Kirchturm zu arbeiten, Schwindelfreiheit ist ein „Muss“ in diesem Beruf.

Zimmerleute haben immer mit dem Werkstoff Holz zu tun. Sie stellen nicht nur Dachkonstruktionen aus Holz her, auch andere Holzbauten, angefangen vom Gartenhäuschen aus Holzbohlen über das individuelle Fertighaus in Holzständerkonstruktion bis zum konventionellen Hausdach reichen die Aufgaben. Gelegentlich kommen auch größere Bauvorhaben, etwa Hallendächer aus Leimholz oder eben seltener auch die Spitze eines Kirchturms, dazu. Auch verwandte Aufgaben wie beispielsweise der Fassadenbau werden von ihnen übernommen. Im Gebäudeinneren montieren sie Treppen und Trennwände, speziellere Tätigkeiten finden sich auch in der Gebäudesanierung und -restaurierung.

Eine dreijährige Ausbildung gilt es zu absolvieren

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Zimmerer, bereits nach zwei Jahren ist der Auszubildende gelernter Ausbaufacharbeiter. Vom Bewerber erwarten die Ausbildungsbetriebe meist den Hauptschulabschluss. Spaß an handwerklicher Arbeit sollte der Auszubildende mitbringen, auch die Schulnoten in Mathematik und Physik sind nicht ohne Bedeutung. Und natürlich muss die körperliche Konstitution den jeweils gestellten Anforderungen gewachsen sein. Die Ausbildungsvergütung, die vom Betrieb gezahlt wird, reicht von etwa 550 Euro im ersten Lehrjahr bis zu etwa 1.200 Euro im dritten Lehrjahr.

Arbeit findet der Zimmermann oder die Zimmerfrau in Handwerksbetrieben und auch in Ingenieurholzbaubetrieben. Der Schiffszimmermann, früher auf hölzernen Segelschiffen regelmäßig anzutreffen, ist heute nur noch im Bootsbau tätig. Auch Betriebe des Fertighausbaus stellen Zimmerleute ein.

Wer auf dem Bau arbeitet, darf mit einer relativ guten Bezahlung rechnen, häufig wird noch im Stundenlohn gearbeitet. Fachleute sind gefragt, vor allem, wenn sie die körperliche Konstitution mitbringen. Zum Lohn können noch Zulagen, beispielsweise bei auswärtiger Tätigkeit, hinzukommen. Meist bestehen Tarifverträge, die die Grundvergütung regeln.

“Die Walz“: Heute noch traditioneller Bestandteil der Ausbildung

Übrigens ist der Zimmermann auch heute noch gelegentlich „auf der Walz“ anzutreffen. In traditioneller Handwerkskleidung wandert er von Betrieb zu Betrieb, bekommt bei Zimmermeistern freie Kost und Logis und arbeitet dann einige Tage oder Wochen, ehe er wieder weiter zieht. Manche kommen so nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch ins europäische Ausland.

Nach Abschluss der Ausbildung und entsprechender praktischer Tätigkeit kann der Zimmermann oder die Zimmerin die Meisterprüfung ablegen. Dazu ist eine Weiterbildung von sechs bis 18 Monaten in Vollzeit oder auch bis zu 23 Monaten in Teilzeit notwendig. Danach kann sich der Meister oder die Meisterin um die Zulassung eines eigenen Handwerksbetriebes bemühen. Erfahrene Mitarbeiter können auch ohne Meisterprüfung als Vorarbeiter eingesetzt werden. Des Weiteren gibt es den Techniker/in und auch den Ingenieur für den Bereich Holztechnik.

Verwandte Berufe sind einerseits Schreiner/-in und Holzmechaniker/-in, auf der anderen Seite Dachdecker/-in oder Bootsbauer/in.