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Steuerberater und Steuerberaterin

Bis die Steuererklärung auf dem Bierdeckel Realität wird, haben Steuerberater weiterhin viel zu tun. Möglich macht dies das komplizierte deutsche Steuerrecht mit seinen vielen Ausnahmeregelungen.

Steuerberater/-innen informieren und beraten ihre Kunden oder Mandanten in steuerrechtlichen Belangen. Die Kunden teilen sich dabei in Privatpersonen und Unternehmen auf. Daher ist das Aufgabenfeld weit gefächert, da private Steuerangelegenheiten mit denen von Unternehmen nur schwer zu vergleichen sind. Zu den Hauptaufgaben des Steuerberaters gehört die steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung seiner Mandanten für eine optimale Steuergestaltung. Das Erstellen von Jahresabschlüssen, Buchführungen und Steuererklärungen gehört ebenfalls zu den Aufgaben. In Streitsachen mit dem Finanzamt vertritt der Steuerberater seine Mandanten vor dem Finanzgericht.

Voraussetzungen

Zu den charakterlichen Voraussetzungen, über die ein Steuerberater verfügen sollte, zählen ein hohes Maß an Disziplin und ein gutes Zeitmanagement, da die Inhalte aus der Ausbildung eigenständig von zu Hause nachbereitet werden müssen, da sich die zugrunde gelegten Richtlinien oft ändern . Hinzu kommen ausreichende mathematische Fähigkeiten, ein Interesse für betriebswirtschaftliche Themen und ein hohes Maß an Kreativität und Flexibilität im Umgang mit den Kunden.

Es gibt zwei Wege, die zu der Zulassung zur Steuerberaterprüfung führen: Zum einen den akademischen Weg über ein Fach- oder Hochschulstudium, zum anderen über eine kaufmännische Ausbildung. Ersterer impliziert den erfolgreichen Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Studiums. Nach dem Hochschulstudium folgt eine praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts. Dabei ist die Dauer dieser Tätigkeit von der Regelstudienzeit des vorangegangenen Hochschulstudiums abhängig.

Der berufspraktische Weg über eine kaufmännische Berufsausbildung zum Steuerfachwirt setzt eine insgesamt zehnjährige Praxiserfahrung innerhalb des Steuerrechts voraus. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann der angehende Steuerberater zur Prüfung zugelassen werden. In der Regel schlägt die Mehrheit zunächst die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ein. So kann die benötigte Praxiserfahrung auf insgesamt sieben Jahre reduziert werden. Im Anschluss an die Ausbildung kann eine Weiterbildung zum Steuerberater erfolgen. Häufig arbeitet der künftige Steuerberater zu dieser Zeit im Betrieb weiter und nutzt die Zeit nach der Arbeit und am Wochenende, um sich die Themen anzueignen. Es besteht auch die Möglichkeit, in einer Art Klassenverband die Weiterbildung zu absolvieren.

In einigen Fällen werden die Weiterbildungslehrgänge auch als Fernlehrgang angeboten, in denen die relevanten Inhalte selbstständig neben den Arbeitsstunden vom Computer zu Hause aufarbeitet werden. Umgesetzt wird das durch das so genannte E-Learning und ermöglicht den angehenden Steuerberatern eine freiere Einteilung ihrer Zeit. Innerhalb der Lehrgänge stehen den Teilnehmern Fachtutoren bei Fragen zur Seite.

Zu den Aufgabenfeldern des Steuerberaters zählen beispielsweise die Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnungen und die Erstellung von Jahresabschlüssen.

Die Dauer der Lehrgänge ist abhängig von der Unterrichtsform und von den inhaltlichen Strukturen. In der Regel dauert die Ausbildung bis zu zwei Jahre. Generell entstehen Kosten für die Vorbereitungslehrgänge, und auch für die Anmeldung zur Abschlussprüfung sind Gebühren zu entrichten.

Berufliche Perspektiven nach der Ausbildung

Steuerberater finden Beschäftigung beispielsweise in Kanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und auch Banken und Versicherungen. Je nach Interesse des einzelnen Steuerberaters muss er sich nach dem Abschluss der Weiterbildung für einen Bereich entscheiden.

Das durchschnittliche Bruttogehalt des Steuerberaters liegt bei ca. 4000 Euro, kann jedoch auch deutlich nach oben abweichen. Steuerberater können sich selbstständig machen oder aber sie gehen ein Angestelltenverhältnis ein. Der Arbeitgeber verlangt von seinen Arbeitnehmern ein hohes Maß an Eigeninitiative vor allem im Bezug auf steuerliche Gesetzesänderungen, um die fachliche Kompetenz für die Mandanten gewährleisten zu können. Die Gründung einer Bürogemeinschaft zusammen mit anderen Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder verwandten Dienstleistungsbranchen ist ebenfalls eine Möglichkeit, die der Steuerberater eingehen kann.

Da kaum ein Land ein so facettenreiches Steuersystem hat wie Deutschland, ist der Beruf des Steuerberaters äußerst gefragt, bietet zudem hohe Verdienstmöglichkeiten und eine sichere Zukunftsperspektive.

Hauptaufgaben:

  • Steuerliche Beratung
  • Betriebswirtschaftliche Beratung
  • Kostenrechnung
  • Kanzleiführung