…wären sie alle im normalen Berufsalltag gelandet wie wir auch. Nicht alle Fußballer wollten schon immer Profi-Fußballer werden – zumindest hatten einige auch einen Plan B in der Tasche.
Fußballspieler setzen oft alles auf die Karte „Karriere“ , manche haben allerdings vor ihrer Profilaufbahn eine Ausbildung absolviert und könnten nun auch neben uns im Büro sitzen oder uns morgens die Brötchen beim Bäcker verkaufen.
Unsere EM-Nationalelf war allerdings schon immer sehr fußballorientiert. Die meisten haben direkt nach der Schule angefangen, an ihrer Profikarriere zu arbeiten, oder waren auf einem Sportinternat oder einer Fußballschule. Lars Bender oder Mario Götze haben sich allerdings zunächst auch anderweitig umgesehen: Bender begann nach der Schule eine Kaufmannslehre, brach diese allerdings zu Gunsten des Fußballs vorzeitig ab, genauso wie Sami Khedira, der eine Ausbildung zum Industriekaufmann angefangen hatte. Götze absolvierte ein kaufmännisches Praktikum – blieb aber auch hier dem Sport nicht fern – er arbeitete in der BVB Geschäftsstelle. Miroslav Klose bildet in seiner Mannschaft eine Ausnahme, er machte vor seinem Karrierestart eine Lehre zum Zimmermann.
„Können Sie mir das Brot auch schneiden?“
Das war wohl eine Frage, die Jürgen Klinsmann nicht sein Leben lang hören wollte. Der Lebenslauf früherer Fußballgrößen sieht schon ganz anders aus als der unserer derzeitigen EM-Mannschaft. Hier haben die meisten einen Beruf fernab des Sports erlernt. Jürgen Klinsmann könnte uns beispielsweise mit selbstgemachten Brötchen und anderem Backwerk beglücken, er lernte in der elterlichen Bäckerei. Rudi Völler ist gelernter Bürokaufmann und arbeitete in einem Offenbacher Unternehmen, welches Gelenkwellen für Fahrzeuge produzierte. Lothar Matthäus zeigte in vergangenen Zeiten viel Gefühl für Ästhetik und könnte uns theoretisch zu einem schöneren Wohnzimmers verhelfen – Matthäus ist gelernter Raumausstatter, weshalb er von Radiomoderator Günther Koch zum „Strafraumausstatter“ umbenannt wurde. Wenn sich Lothar Matthäus und der ehemalige Mittelstürmer Frank Mill zusammengetan hätten, wäre ein schönes Trio – pardon: Duo dabei herausgekommen: Als gelernter Florist hätte Mill die frisch gestalteten Räume mit Blumenarrangements vervollständigen können.
Ganz besonders fleißige Jungs
Auch die jüngere Generation hat ein paar Highlights zu bieten: Fabian Boll zum Beispiel, Mittelfeldspieler beim FC St. Pauli, übt seinen erlernten Beruf sogar noch aus, er ist Oberkommissar bei der Hamburger Polizei. Ein wahrer Alleskönner ist der Österreicher Toni Polster, der nicht nur Fußballspieler ist, sondern gelernter Industriekaufmann, und hat sich auch schon als Moderator, Autor und Sänger versucht. Hans Josef „Jupp“ Kapellmann ist ebenfalls ein fleißiges Kerlchen: Er vergrub sich während seiner Fußballlaufbahn beim FCB in medizinischer Fachliteratur, um nun an der Uniklinik Düsseldorf als Orthopäde tätig zu sein.
Auch der Frauenfußball gibt sich bodenständig: Bundestrainerin Silvia Neid versuchte sich zunächst an der Fleisch- und Wursttheke, später absolvierte sie auch noch eine Ausbildung zu Großhandelskauffrau.
